Geschichte des Verbandes Schlesischer Bauern

Mit der Organisierung des Verbandes Schlesischer Bauern wurde im Jahr 1989 begonnen, gleich nach der politischen Wende in Polen. Bei gemeinsamen Begegnungen der deutschen Minderheit hatte man festgestellt, dass 80% der deutschstämmigen Bevölkerung Menschen waren, die auf dem Land lebten. Die Landwirte mussten plötzlich mit einer neuen Wirklichkeit zurecht kommen. Der Markt wurde zu einer freien Marktwirtschaft und es entstand die Notwendigkeit den Landwirten mit Hilfe beizustehen. Man sah ein, dass die beste Hilfeform für Landwirte ein organisierter Verband wäre, der sich um die Angelegenheiten der Landwirte kümmern würde. Ein Gründungskomitee wurde ins Leben berufen, der die Satzung erarbeiten sollte. Am 28. Februar 1990 wurde schließlich im Gericht in Oppeln (Opole) der Registrierungsantrag für den Verband Schlesischer Bauern vorgelegt.

Das Gründungskomitee bildeten: Tomasz Cichoń, Jan Gorzelik, Jan Jaron, Anton Ksoll, Antoni Konieczny. Der erste Hauptsitz des Verbandes befand sich in Blottnitz (Błotnica Strzelecka), seit 1991 in Warmunthau (Warmuntowice), seit 1993 in Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie) und seit 1996 in Oppeln (Opole).

Die erste Hauptversammlung des Verbandes fand am 06. Oktober 1990 in Groß Kottulin (Kotulin) statt. Zum ersten Vorsitzenden des Verbandes wurde Tomasz Cichoń gewählt. 1993 musste er jedoch den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Sein Nachfolger wurde Paul Thomanek, der diese Funktion bis 2001 inne hatte. Seit 2001 ist Bernard Dembczak Vorsitzender des Verbandes.

Am Anfang gehörten dem Verband ausschließlich deutschstämmige Landwirte. Seit 1997 darf dem Verband jeder Landwirt angehören, der im Tätigkeitsgebiet des Verbandes seinen Wohnsitz hat.

Der Verband Schlesischer Bauern führte einige Großprojekte durch, - gemeinsam mit Beratern aus Deutschland (von 1991 ? 1996 waren es Klaus Gelemann, Gerhard Bauer, Theodor Dörfler) gründete man Beratungskreise und registrierte eine Schweinezuchtproduzentengruppe. Mit Hilfe des Verbandes entstand eine Milchgenossenschaft in Kadlub (Kadłub) bei Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie), die bis heute prosperiert und für den Lokalmarkt Milchprodukte herstellt.

Im Rahmen der Hilfeleistungen für die vom Hochwasser 1997 betroffenen Landwirte erhielt der Verband Spenden von deutschen Bauernverbänden, darunter die größte Hilfe vom Verband Deutscher Bauern des Landes Mecklenburg - Vorpommern in Höhe von 165.000 DM, die für direkte Auszahlungen für die betroffenen Landwirte verwendet wurde. Es wurde auch ein Rekultivierungsprojekt der vom Hochwasser beschädigten Grünflächen, - Wiesenaussaat durchgeführt. Die vom Hochwasser betroffenen Landwirte, die an dem Projekt teilnahmen, trugen nur 30% der Aussaatkosten für Wiesen und Weiden.

2001 entstand in Oppeln (Opole) unter Mitwirkung des Verbandes ein unabhängiges Laboratorium für Milchbewertung, das vorschriftsmäßig wie Laboratorien in der Europäischen Union tätig ist und führt Milchuntersuchungen aufgrund des Zuzahlungsgesetzes für Milch der Extra-Klasse durch.

Von Anfang an realisiert der Verband Schulungen und Seminare für Landwirte, die in Polen und im Ausland stattfinden. Jedes Jahr werden ein Dutzend Schulungen und Studienreisen für Landwirte organisiert.